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Umgang mit Schmerzen und Beschwerden bei COPD

Kein echter Patient. AI-generiertes Bild.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) entsteht durch eine dauerhafte Entzündung und Schädigung der Lunge. Während COPD selbst keine direkten Schmerzen verursacht, können die Symptome und Komplikationen der Erkrankung häufig zu körperlichen Beschwerden und Schmerzen führen. Eine gezielte Schmerzbewältigung kann helfen, die Lebensqualität deutlich zu verbessern.

Viele Menschen mit COPD erleben neben Atemnot und Husten auch körperliche Schmerzen – etwa durch Muskelverspannungen oder erhöhte Anstrengung beim Atmen. Diese Beschwerden können belastend sein, doch es gibt Wege, damit umzugehen. Wichtig ist: Sie sind mit diesen Herausforderungen nicht allein. Gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt können Sie herausfinden, welche Maßnahmen für Sie am besten geeignet sind und was Ihnen hilft, Ihre Lebensqualität zu verbessern.

Ist COPD schmerzhaft?

COPD erschwert nicht nur das Atmen, sondern kann auch verschiedene Arten von Schmerzen verursachen, die den Alltag beeinträchtigen. Schmerzen sind bei Menschen mit COPD häufig – selbst in frühen Krankheitsstadien. Viele Betroffene berichten über häufiger auftretende und intensivere Schmerzen als Menschen ohne COPD.

Welche Schmerzsymptome treten bei COPD auf?

Schmerzen gehen bei Menschen mit COPD oft mit anderen Symptomen wie Kurzatmigkeit, Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen einher. Diese Beschwerden beeinflussen sich gegenseitig und können einen „Teufelskreis der COPD“ bilden: Schmerzen verstärken Atemnot, Angst und Schlafprobleme – was wiederum das Schmerzempfinden und die Erschöpfung erhöht.

Mechanismen, die zu Schmerzen bei COPD beitragen

Die genauen Ursachen für Schmerzen bei COPD sind noch nicht vollständig verstanden. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

Atemprobleme: COPD kann dazu führen, dass sich die Lunge überbläht, was Druck auf die Rippen, den Brustkorb und den Muskel, der beim Atmen hilft (Zwerchfell), ausübt. Dies kann besonders bei Atemnot oder während eines Krankheitsschubes (Exazerbation) zu Brustschmerzen führen.

Muskel- und Knochenschmerzen: Atembeschwerden können dazu führen, dass der Körper nicht genug Sauerstoff bekommt, was zu Muskelermüdung und -schwäche führt. Menschen mit COPD haben ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die Knochen und Muskeln schwächen, wie Osteoporose und Skelettmuskeldysfunktion.

Nebenwirkungen von Medikamenten: Eine langfristige Kortikosteroid-Therapie kann Muskeln und Knochen schwächen und Schmerzen verursachen.

Psychische Faktoren: Angstzustände und Depressionen, die bei Menschen mit COPD häufig auftreten, können die Schmerzwahrnehmung verstärken.

Andere Faktoren: Alter, Geschlecht, Übergewicht und Begleiterkrankungen wie Arthritis oder Reflux können das Schmerzempfinden zusätzlich beeinflussen.

Mechanismen, die zu Schmerzen führen

Brustkorb- und Rippenbeschwerden bei COPD

Brustkorb- und Rippenbeschwerden entstehen häufig durch:

  • Lungenüberblähung: Wenn sich die Lunge zu stark ausdehnt, kann sie gegen die Rippen und Muskeln drücken und Beschwerden verursachen.
  • Husten: Anhaltender Husten kann die Brustmuskulatur belasten und zu Schmerzen führen.
  • Chronische Entzündung: Entzündungsprozesse in den Atemwegen können Druck- oder Schmerzgefühle im Brustbereich verursachen.

Brustschmerzen bei Krankheitsschüben (Exazerbationen)

Während eines akuten COPD-Schubs (Exazerbation) treten Schmerzen oft stärker und häufiger auf. Grund ist die verstärkte Überblähung der Lunge, die den Atemmechanismus erschwert und zusätzlichen Druck auf Muskeln und Gewebe ausübt.

Verursacht COPD Rückenschmerzen?
Ja, Menschen mit COPD haben ein erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen. Mögliche Ursachen sind:

  • Muskelermüdung durch erhöhte Atemarbeit
  • Abnehmende Stützmuskulatur durch zu wenig Bewegung
  • Fehlhaltungen beim Atmen oder Sitzen
  • Eine zusätzliche Belastung der Wirbelsäule entsteht, weil der Körper versucht, die erschwerte Atmung durch veränderte Haltung oder Muskelspannung zu kompensieren.

Muskel- und Gelenkschmerzen durch COPD

Da COPD die Atemmuskulatur stärker beansprucht, werden Brust- und Schultermuskeln übermäßig belastet. Das kann zu Muskelverspannungen und Schmerzen führen.
Zusätzlich kann z.B. Osteoporose das Risiko für Knochenbrüche und Gelenkschmerzen erhöhen.
Achten Sie darauf, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt über Ihre Dauermedikation informiert ist, wenn Ihnen ein neues Medikament verschrieben wird – zum Beispiel Kortison bei akuten Schmerzen oder Entzündungen. Bevor Sie die Dosierung eines Ihrer Medikamente verändern oder es sogar absetzen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. So können Sie gemeinsam eine Lösung finden, die am besten zu Ihnen passt.

Geschwollene Knöchel und Schmerzen in den Beinen
Geschwollene Knöchel und Schmerzen in den Beinen sind keine direkten COPD-Symptome, können aber Folge von Komplikationen sein:

  • Ödeme sind Wasseransammlungen, zum Beispiel in den Beinen oder Knöcheln. Sie können auftreten, wenn die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt ist und sich dadurch Blut in den Blutgefäßen zurückstaut. Lungenerkrankungen wie COPD können das Herz zusätzlich belasten. Dadurch muss das rechte Herz stärker arbeiten, um das Blut durch die erkrankte Lunge zu pumpen. Mit der Zeit kann es sich dadurch vergrößern und schwächer werden – man spricht dann von einer Rechtsherzschwäche oder Cor pulmonale.
  • Schlechte Durchblutung: Herz-Kreislauf-Probleme, die bei COPD häufig vorkommen, können Schwellungen und Schmerzen in den Beinen verstärken.

Schmerzmanagement bei COPD

Die Behandlung von Schmerzen richtet sich nach ihrer Ursache und dem Fortschritt der Erkrankung. Sie umfasst körperliche und psychische Ansätze.


Pharmakologische Maßnahmen:

  • Schmerzmittel ohne Rezept: Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol können bei leichten Schmerzen helfen. Nehmen Sie Schmerzmittel jedoch nicht länger als drei Tage ein, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, und achten Sie darauf, die angegebene Maximaldosis nicht zu überschreiten. Auch wenn diese Medikamente rezeptfrei erhältlich sind, können sie Nebenwirkungen haben. Insbesondere eine längerfristige Einnahme kann Nierenschäden oder Schädigungen der Magenschleimhaut zur Folge haben.


Nicht-pharmakologische Maßnahmen:

Nicht-pharmakologische Methoden können hilfreich sein, aber sprechen Sie immer zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um die für Sie passende Option zu finden.

  • Pneumologische Rehabilitation: Durch gezielte Bewegung, Atemübungen, Physiotherapie und psychosoziale Unterstützung können Schmerzen und Angstzustände reduziert werden.
  • Sanfte körperliche Aktivität: Regelmäßiges Gehen oder Dehnen stärkt Muskeln, verbessert die Haltung und verringert Schmerzen.
  • Physiotherapie: Unterstützt Beweglichkeit, Muskelkraft und Körperwahrnehmung – besonders hilfreich, wenn keine Rehabilitationseinrichtung verfügbar ist.
  • Psychologische Unterstützung: Angst und Depressionen können Schmerzen verstärken. Gesprächstherapie, Entspannungsübungen oder ggf. Medikamente können helfen.
  • Akupunktur: Einige Betroffene berichten von einer Schmerzlinderung durch Akupunktur. Besprechen Sie diese Option zuvor mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.


Schmerzen sind ein häufig unterschätztes Begleitsymptom von COPD. Durch eine Kombination aus medikamentöser Behandlung, Bewegung, Atemtechniken und psychischer Unterstützung lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern. Alle Maßnahmen und ganz besonders alle Medikamente sollten Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt absprechen.