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Husten bei COPD

Kein echter Patient. AI-generiertes Bild.

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine langfristige Erkrankung, die Lunge und Atmung beeinträchtigt. Eines der häufigsten und belastendsten Symptome ist ein anhaltender Husten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt könnte diesen als „trocken“ oder „produktiv“ beschreiben. Ein produktiver Husten bedeutet, dass Sie Schleim abhusten. Eine gezielte Behandlung des anhaltenden Hustens kann die Lebensqualität von Menschen mit COPD deutlich verbessern.

Verständnis von Husten bei COPD

Verursacht COPD Husten? Ja – anhaltender Husten ist tatsächlich eines der Leitsymptome der COPD. Ein chronischer Husten wird bei Erwachsenen als Husten definiert, der länger als acht Wochen besteht. Viele Menschen unterschätzen dieses Symptom und gehen davon aus, dass es lediglich auf das Rauchen oder Umweltfaktoren wie Staub zurückzuführen ist. Anfangs tritt der Husten oft nur gelegentlich auf, entwickelt sich jedoch im Laufe der Zeit häufig zu einem dauerhaften täglichen Problem.
Bei COPD-Patienten treten zwei Arten von Husten auf:

  • Trockener Husten
  • Produktiver Husten


Trockener Husten: Auch als unproduktiver Husten bezeichnet. Dabei wird kein Schleim abgehustet. Häufig geht er mit einer Belastung der Lunge oder der Brustmuskulatur sowie einem Engegefühl in der Brust einher.

Produktiver Husten: Dabei wird Schleim aus den Atemwegen abgehustet. Dies kann Atembeschwerden verursachen und ebenfalls zu einem Engegefühl in der Brust führen.

Die meisten Patienten mit COPD leiden eher unter einem produktiven Husten als unter einem trockenen Husten.

Kann COPD auch ohne Husten auftreten?

Ja, eine COPD kann auch ohne Husten auftreten, obwohl Husten zu den häufigsten Symptomen der Erkrankung gehört. Besonders in den frühen Stadien sind Beschwerden oft nur mild ausgeprägt oder werden kaum wahrgenommen. Im weiteren Verlauf tritt Husten häufiger auf und geht meist mit einer vermehrten Schleimbildung einher. Wichtig ist: Das Fehlen von Husten schließt eine COPD nicht aus.

Wie verursacht COPD Husten?

Husten bei COPD entsteht häufig, weil die Lunge versucht, überschüssigen Schleim aus den Atemwegen zu entfernen oder sich vor Reizstoffen zu schützen. Im Folgenden sind die wichtigsten Ursachen für Husten bei COPD aufgeführt:

  1. Schleimproduktion: COPD kann zu einer vermehrten Schleimbildung führen. Der Körper versucht den Schleim durch Husten loszuwerden.
  2. Reizung der Atemwege: Das Einatmen von Substanzen wie Rauch, Staub oder starken Gerüchen kann die Atemwege reizen und Husten verursachen.
  3. Lungeninfektionen: Die vermehrte Schleimproduktion begünstigt zudem den Aufenthalt von Erregern in den Atemwegen.

Ursachen für Husten außerhalb von COPD

Nicht jeder chronische Husten wird durch COPD verursacht. Auch andere Erkrankungen wie zum Beispiel Asthma sowie bestimmte Medikamente können einen langanhaltenden Husten auslösen. Wenn Sie unter anhaltendem Husten leiden, ist es wichtig, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu erhalten.

Behandlung von Husten bei COPD

Nur medizinisches Fachpersonal kann die optimale Therapie für Ihren Husten auf Basis Ihrer individuellen Bedürfnisse und Ihres Gesundheitszustands festlegen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, eine oder mehrere der folgenden Maßnahmen zu ergreifen: eine Kombination aus Medikamenten, Lebensstiländerungen und Techniken zur Linderung der Symptome.

Medikamente

  • Bronchodilatatoren: Diese Medikamente erweitern die Atemwege und können das Abhusten von Schleim erleichtern.
  • Hustenstiller: In bestimmten Fällen können Hustenstiller verordnet werden, um den Husten zu kontrollieren.
  • Schleimlösende Medikamente: Diese Medikamente können den Schleim verflüssigen, sodass das Abhusten erleichtert wird.
  • Antibiotika: Antibiotika können bei bakteriellen Atemwegsinfektionen eingesetzt werden, die bei COPD-Patientinnen und -Patienten Husten verursachen oder verstärken können.

Hustentechniken

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Bedarf kann sie oder er Sie an eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten überweisen. Dort lernen Sie, wie Sie die Hustentechniken richtig anwenden. Bei COPD können bestimmte Hustentechniken helfen, Schleim effektiver abzuhusten und den Husten weniger unangenehm zu machen. Zu den gebräuchlichsten Methoden gehören:


1. Kontrolliertes Husten

Diese Technik spart Energie und kann das Abhusten erleichtern:

  • Setzen Sie sich hin und lehnen Sie sich leicht nach vorne.
  • Atmen Sie tief durch die Nase ein.
  • Verschränken Sie die Arme über dem unteren Brustkorb.
  • Husten Sie mit wenigen kurzen, kräftigen Hustenstößen.
  • Atmen Sie erneut durch die Nase ein, als würden Sie schnuppern.
  • Husten Sie weiter kontrolliert, solange Ihre Lungen gut gefüllt sind.


2. Huff-Husten
Diese Methode ist für viele Patientinnen und Patienten mit COPD hilfreich:

  • Setzen Sie sich hin und beugen Sie sich leicht nach vorne.
  • Atmen Sie tief ein.
  • Atmen Sie langsam mit geöffnetem Mund aus. Spannen Sie dabei die Bauchmuskulatur an und machen Sie ein „ha, ha, ha“-Geräusch.


3. Aktiver Atemzyklus (ACBT)
Diese Technik besteht aus drei Schritten:

  • Atemwege entspannen: Nehmen Sie etwa sechs ruhige Atemzüge. Legen Sie dabei eine Hand auf den Bauch. Beim Ausatmen können Sie die Lippenbremse anwenden (Lippen spitzen, als wollten Sie pfeifen), um die Atemwege länger offen zu halten.
  • Tief durchatmen: Atmen Sie tief ein und halten Sie den Atem für etwa drei Sekunden an. So gelangt Luft hinter den Schleim und kann ihn lösen. Sanftes Abklopfen der Brust oder des Rückens kann zusätzlich helfen, Schleim zu lockern.
  • Huff-Husten anwenden: Nutzen Sie anschließend die Huff-Hustentechnik, um den Schleim aus der Lunge zu befördern.

Lebensstiländerungen

Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann folgende Anpassungen des Lebensstils empfehlen, um eine Schleimansammlung zu vermeiden:

  • Rauchen aufgeben: Rauchen ist eine der Hauptursachen für COPD und einer der Haupttrigger des zugrundeliegenden Inflammationsgeschehens. Ein Rauchstopp kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und den Husten lindern.
  • Reizstoffe vermeiden: Meiden Sie Schadstoffe, Allergene und andere Reizstoffe, die Ihren Husten verschlimmern können.
  • Ausreichend trinken: Viel Flüssigkeit hilft, den Schleim dünnflüssig zu halten und erleichtert das Abhusten.
  • Den Hals beruhigen: Bei gereiztem Hals können warme Getränke, Honig und Lutschpastillen Linderung verschaffen.
  • Geräte zur Schleimlösung nutzen: Bestimmte Geräte können helfen, zähen Schleim zu lösen. Sie arbeiten zum Beispiel mit Vibrationen und erleichtern so das Abhusten.


Ein besseres Verständnis dafür, wie COPD den Husten beeinflusst, kann Ihnen helfen, Veränderungen Ihrer Symptome frühzeitig zu erkennen und die Therapie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt anzupassen.