

Kein echter Patient. AI-generiertes Bild.
Bei einer Typ-2-Entzündung schickt Ihr Körper Signalstoffe (Botenstoffe) aus. Diese Stoffe gehören zu Ihrem natürlichen Schutzsystem und sollen Sie eigentlich gesund halten. Aber: Wenn diese Stoffe über längere Zeit freigesetzt werden, können sie Ihre Atemwege angreifen und schädigen. Das kann zu Atembeschwerden führen – wie bei COPD (chronisch obstruktiver Lungenerkrankung) oder Asthma.
Typ-2-Entzündung verstehen – und was sie für Ihre Lunge bedeutet
Eine Typ-2-Entzündung (oder Typ-2-Inflammation) entsteht, wenn der Körper bestimmte Botenstoffe des Immunsystems freisetzt. Hält diese Entzündung länger an, kann sie die Atemwege in der Lunge schädigen und bei manchen Menschen zu Atemproblemen wie Asthma und COPD (chronisch obstruktiver Lungenerkrankung) führen.
Was ist eine Entzündung?
Eine Entzündung ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um sich nach Verletzungen oder Infektionen zu schützen. Sie kann sich durch Rötungen und Schwellungen äußern, beispielsweise bei einem Schnitt in der Haut. Entzündungen können auch im Inneren des Körpers, in Zellen und Organen, auftreten. Diese inneren Entzündungen unterstützten den Körper dabei, Infektionen und schädliche Substanzen zu bekämpfen, um unsere Organe zu schützen.
Was ist eine Typ-2-Entzündung?
Bei einer Typ-2-Entzündung werden bestimmte Abwehrzellen in dem Körper aktiv. Diese Zellen schicken Alarmsignale (sogenannte Botenstoffe) aus. Diese Signale sagen dem Körper: „Hier müssen wir etwas tun!“ Die Signale tragen dazu bei, weitere Immunzellen zu aktivieren, um die Infektion zu bekämpfen oder das verletzte Gewebe zu reparieren. Das kann sich z.B. durch vermehrte Schleimproduktion äußern, die den Körper dabei unterstützen soll, Schadstoffe, Bakterien oder Viren aus dem Körper zu befördern. Werden diese bestimmten Botenstoffe jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg übermäßig produziert, können sie gesundes Gewebe schädigen und die Funktion bestimmter Organe beeinträchtigen.
Warum spricht man von „Typ-2-Entzündung“?
Unser körpereigenes Immunsystem ist dazu da um uns vor verschiedenen Bedrohungen zu beschützen. Dabei setzt das Immunsystem die am besten geeigneten Botenstoffe frei, um eine Entzündungsreaktion auszulösen und die drohende Gefahr abzuwehren. Es ist vergleichbar mit dem Werkzeugkasten eines Handwerkers. Bei Bedarf wählt der Handwerker das passende Werkzeug für die jeweilige Aufgabe aus. Ebenso wählt das Immunsystem die passenden Botenstoffe je nach Situation. Werden Typ-2-Botenstoffe freigesetzt, spricht man von einer „Typ-2-Entzündung“.
Was löst eine Typ-2-Entzündung in der Lunge aus?
Die Typ-2-Entzündung kann durch Schadstoffe (wie beispielsweise Zigarettenrauch), Virusinfektionen oder andere Luftschadstoffe ausgelöst werden.
Was passiert bei der Typ-2-Entzündung in der Lunge?
Während einer Typ-2-Entzündung in der Lunge setzt das Immunsystem Botenstoffe frei, die als Vermittler zwischen Immunzellen dienen. Dabei können immer weitere Immunzellen angelockt werden, was zu einer fortlaufenden Typ-2-Entzündung in der Lunge führen kann.
Bei Menschen mit COPD kann diese Form der Entzündung mit erhöhten Eosinophilenwerten, einer bestimmten Art von Immunzellen, verbunden sein, was das Risiko für Krankheitsschübe (Exazerbationen) steigern kann. Solche Krankheitsschübe gehen häufig mit einer plötzlichen Verschlechterung der Symptome einher, wie Atemnot, Husten, Unfähigkeit, tief einzuatmen oder das Gefühl, nicht atmen zu können, sowie Giemen (pfeifende Atemgeräusche). Werden sie nicht adäquat behandelt, kann die Lunge langfristige Schäden nehmen. Daher ist es wichtig, bei einer schweren COPD regelmäßig ein großes Blutbild machen zu lassen.
Was bewirkt eine Typ-2-Entzündung in der Lunge?
Entzündet sich die Lunge, kann sich die Struktur der Atemwege und des umliegenden Gewebes verändern. Die Atemwege werden steifer und enger. Zudem werden die Atemwege empfindlicher und eingeatmete Umweltreize führen zu stärkeren Reaktionen als gewöhnlich.

Ist eine langanhaltende Typ-2-Entzündung in der Lunge schädlich?
Der Körper kontrolliert, wann die Typ-2-Entzündung einsetzt und wann sie wieder abklingt. Diese Regulierung ist entscheidend, um unbeabsichtigte Schäden zu vermeiden. Allerdings gelingt es dem Körper manchmal nicht, die „Start“- und „Stopp“-Signale der Entzündungsreaktion in der Lunge richtig zu regulieren. In solchen Fällen bleibt die Entzündung auch nach dem Abklingen der Infektion oder der Belastung durch Schadstoffe bestehen.
Eine langanhaltende Typ-2-Entzündung in der Lunge führt dazu, dass Botenstoffe und Zellen des Immunsystems sich abnormal verhalten und die Schleimhäute der Atemwege schädigen. Die geschädigten Atemwege lösen wiederum eine erneute Entzündungsreaktion im Körper aus. So entsteht ein unkontrollierter Kreislauf, der sich selbst verstärkt und zu Lungenschäden sowie Atemwegsbeschwerden führt. Dieser Teufelskreis aus Entzündungsreaktionen kann zu Atemwegserkrankungen wie Asthma und COPD beitragen. In der nachfolgenden Abbildung finden Sie eine Übersicht über Atemwegserkrankungen und deren Symptome, die am häufigsten mit einer Typ-2-Entzündung assoziiert sind.

Eine Überprüfung auf Typ-2-Entzündungen in der Lunge kann helfen, die zugrunde liegende Ursache der Erkrankung zu behandeln. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, die Eosinophilenwerte im großen Blutbild bestimmen zu lassen.
FAQ
Der Körper hat ein Abwehrsystem, das Sie vor Krankheiten schützt. Manchmal reagiert dieses System besonders stark – das nennt man eine Entzündung. Bei einer Typ-2-Entzündung werden bestimmte Abwehrzellen in dem Körper aktiv. Diese Zellen schicken Alarmsignale (sogenannte Botenstoffe) aus. Diese Signale sagen dem Körper: "Hier müssen wir etwas tun!" Das führt dazu, dass sich Gewebe entzündet – zum Beispiel in Ihren Atemwegen. Bei COPD kann das die Beschwerden verstärken. Warum heißt es "Typ-2"? Es gibt verschiedene Arten von Entzündungen im Körper. Die Typ-2-Entzündung hat eigene, besondere Botenstoffe. Mittels eines großen Blutbildes können Ärzte diese Entzündung erkennen und die passende Behandlung für Sie finden.
Bei einem Teil der COPD-Patienten kann eine Typ-2-Entzündung die Ursache sein. Das kann dazu beitragen, dass Krankheitsschübe häufiger auftreten, Atemwege stärker entzündet sind und Symptome stärker ausgeprägt sind.
Hinweise auf eine Typ-2-Entzündung können durch Blutuntersuchungen gewonnen werden. Bei COPD-Patienten mit Typ-2-Entzündung sind Eosinophile (eine bestimmte Art von Immunzellen) im Blut erhöht. Wenden Sie sich daher an Ihre Ärztin und Ihren Arzt, um festzustellen, ob es sich bei Ihrer COPD um eine Typ-2-Entzündung handelt.
Eine Typ-2-Entzündung kann bei manchen Menschen mit COPD den Krankheitsverlauf beeinflussen. Sie führt dazu, dass die Atemwege gereizt und empfindlicher sind. Dadurch können mehr Schleim entstehen, Beschwerden wie Husten und Atemnot zunehmen und es kann häufiger zu Krankheitsschüben (Exazerbationen) kommen.
Für einen Teil der COPD-Patienten mit nachgewiesener Typ-2-Entzündung können neuere Behandlungsoptionen infrage kommen. Ob eine solche Therapie für Sie sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab und sollte immer von Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt entschieden werden.
