

Kein echter Patient. KI-generiertes Bild.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD= ist eine chronische Atemwegserkrankung, die eine fortschreitende Verengung der Atemwege verursacht. Eine COPD äußert sich meist durch folgende Symptome:1,2
- Atemnot
- Husten
- Erschöpfung (Fatigue)
- Schleimbildung (Auswurf)
Eine COPD kann primär durch den Kontakt mit Reizstoffen verursacht werden, wie zum Beispiel:1,2
- Tabakrauch
- Luftverschmutzung
- Berufliche Belastung durch chemische Substanzen
Zusätzlich zu den chronischen Atembeschwerden kann COPD auch Schübe verursachen, bei denen sich die Symptome verschlimmern. Das bedeutet, dass sie möglicherweise stärkere Atembeschwerden haben, öfter husten und mehr Auswurf produzieren.1
Die Erkrankung wird in vier Stadien abhängig von der Lungenfunktion unterteilt, von der milden Form (dem frühesten Stadium) bis hin zur sehr schweren COPD oder dem Endstadium. Jedes Stadium kann schwere Symptome aufweisen und bedarf entsprechender Behandlungsoptionen.3,4
Indem das Stadium, Symptome und der Fortschritt Ihrer COPD bestimmt werden, können Ärztinnen und Ärzte den besten Behandlungsplan festlegen, um Ihre Symptome zu lindern.3
Wie viele Stufen gibt es bei COPD?
Um den Schweregrad und den Bedarf der Therapie einzuschätzen wird nach dem GOLD-System (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) die Lungenfunktion, Symptome und Exazerbationshäufigkeit zur Einschätzung herangezogen.3 Das GOLD-System klassifiziert die COPD in 4 verschiedene Stufen. Diese 4 Stufen von COPD basieren auf den Ergebnissen von Lungenfunktionstests, der Schwere der Symptome und der Häufigkeit, mit der Exazerbationen (auch als Schübe bezeichnet) auftreten.3
Um die Diagnose zu stellen und Ihre Stufe der COPD zu identifizieren, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihre Krankgeschichte untersuchen und Ihre Symptome bewerten. Dabei wird auch eine Spirometrie durchgeführt, um den FEV1-Wert zu messen.3 Die Spriometrie ist ein einfacher Test, der die Lungenfunktion misst, indem er die Menge und Geschwindigkeit der ausgestoßenen Luft bewertet. Er hilft dabei, Atemwegsverengungen zu erkennen, die bei Patientinnen und Patienten mit COPD häufig vorkommen.3
Die frühzeitige Erkennung der COPD ist maßgeblich, um das Fortschreiten Ihrer Erkrankung zu verlangsamen.1
Was sind die Symptome der COPD?
Die COPD-Symptome variieren von Mensch zu Mensch und können sich mit der Zeit verschlimmern. Dazu gehören:1,2
- Atemnot: Sie haben Schwierigkeiten beim Atmen, zum Beispiel beim Gehen oder Treppensteigen
- Anhaltender Husten: Sie husten häufig.
- Auswurf: beim Husten kommt Schleim mit herauf.
- Erschöpfung: Sie fühlen sich oft erschöpft, selbst nach leichter Anstrengung.
Der Verlauf und die Intensität dieser Symptome können sich zwischen den Betroffenen unterscheiden. Es ist wichtig, für eine angemessene Bewertung und eine persönliche Nachsorge Ihre Ärztin oder ihren Arzt zu konsultieren.1
Wie könnten die Stadien der COPD noch kategorisiert werden?
Neben dem Gold-Report, der den Schweregrad ausschließlich auf die Einschränkung der Lungenfunktion bezieht (siehe Tabelle 1), gib es Vorschläge, die Symptome mit den GOLD-Stadien zu verbinden.4
Stadium 1: Milde COPD
Das früheste Stadium der COPD wird als mild oder Stadium 1 bezeichnet und ist durch einen begrenzten Luftstrom in die Lunge definiert. Der FEV1-Wert liegt bei ≥ 80 % des Normalwerts.4
Die häufigsten Symptome in diesem Stadium sind:
- Atemnot
- Anhaltender Husten
- Schleimbildung
Einige Symptome, wie Husten und Schleimbildung, treten nicht bei allen Betroffenen auf. Viele bemerken die Krankheit erst, wenn sich schwerere Symptome entwickeln.1
Stadium 2: Mittelschwere COPD
Stufe 2 der COPD bedeutet, dass sich Symptome wie Husten, Schleimbildung oder Atemnot aus Stadium 1 verschlimmern, da der Luftstrom starker eingeschränkt wird.4 Der FEV1-Wert liegt hier zwischen 50 % und 80 %.
Stadium 3: Schwere COPD
Die Lungenfunktion ist bei COPD-Stufe 3 weiter reduziert, da die Lungenbläschen (Alveolen) geschwächt sind.4 Der FEV1-Wert liegt zwischen 30 % und 50 %. In diesem Stadium verschlechtern sich die bisherigen Symptome – verstärkte Atemnot und stärkerer Husten – und es kann zu verringerter Leistungsfähigkeit sowie chronischer Müdigkeit kommen.4
Stadium 4: Sehr schwere COPD
In COPD-Stufe 4, die auch als Endstadium bezeichnet wird, ist die Lungenfunktion sehr niedrig (FEV1 < 30 %). Die Atmung selbst wird zu einer großen Anstrengung.4
Patientinnen und Patienten, müssen in dieser Phase häufiger aufgrund von Komplikationen und Atemversagen ins Krankenhaus. Plötzlich auftretende Schübe können lebensgefährlich sein.1,2
Diese praktische Ansichtsweise kann den Alltag erleichtern. Jedoch wird in GOLD deutlich, dass die schwere der Symptome nicht immer mit der Schwere der Lungenfunktionseinschränkung einher gehen.3
Tabelle 1: COPD-Stadium nach GOLD anhand der Lungenfunktion (FEV1 in % des Sollwertes)3

Wie beeinflussen die Stufen der COPD die Lebenserwartung?
COPD ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung, die die Lebenserwartung beeinträchtigen kann.
Die Lebenserwartung bei COPD wird gemäß den GOLD-Leitlinien unter anderem durch die Schwere der Lungenfunktionseinschränkung, Symptome und Risikoprofils beeinflusst. Zudem hängen Faktoren wie Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, Raucherstatus und der COPD-Krankheitsverlauf eng zusammen.1-3
Die GOLD-Leitlinie empfiehlt die standardisierte Erfassung der Luftnot mittels des „modified Medical Research Council“ (mMRC) oder der Symptomlast mittels des „Chronic Airways Assessement Test“ Fragebogens (CAATTM).3
- mMRC-Fragebogen: Dieser Test misst mit nur einer gezielten Frage, wie stark Ihre Atemnot (Luftnot) bei körperlicher Belastung ist.2
- CAATTM (früher CATTM): Dieser Fragebogen umfasst acht Fragen, der außer der Atemnot noch weitere Symptome umfasst. Dazu zählen Husten, Auswurf, Schlafqualität und Ihre allgemeine Leistungsfähigkeit im Alltag. Besonders die Frage nach der Atemnot bei Belastung kann Ihren Ärztinnen und Ärzten wichtige Hinweise liefern.2
Ihre Ärzte können die Ergebnisse dieser Fragebögen nutzen, um Ihre Erkrankung besser in die Schweregrade der COPD einzuteilen. Obwohl Instrumente wie der FEV1-Wert, mMRC und CAATTM relevant sind, liefern sie nur Schätzwerte und können die individuelle Lebensspanne und Lebensqualität nicht präzise vorhersagen.2
Ressourcen
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Häufig gestellte Fragen
Welche weiteren Gesundheitsprobleme können mit COPD verbunden sein?
Menschen mit COPD können andere Erkrankungen haben, die als „Komorbiditäten“ bezeichnet werden. Das sind zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Lungenfibrose. Diese Komorbiditäten können verschiedene Organe und Funktionen beeinträchtigen, darunter den Stoffwechsel, die Muskeln, das Herz, das Verdauungssystem sowie die psychische Gesundheit (Angstzustände, Depressionen).1 Regelmäßige Arztbesuche sind deshalb wichtig, um das Fortschreiten der COPD-Symptome zu überwachen und andere mögliche Erkrankungen zu überprüfen, damit eine umfassende und angemessene Versorgung gewährleistet ist.1
Kann das Fortschreiten der COPD verlangsamt werden?
Ein geeigneter Behandlungsplan, der die Linderung der Symptome und die Vorbeugung von damit verbundenen Schüben umfasst, kann helfen, das Fortschreiten der COPD zu verlangsamen.1,2
Eine regelmäßige Überwachung Ihrer Symptome ist für die Anpassung Ihrer Behandlung unerlässlich. Sie können das Symptom-Tagebuch verwenden, um die Entwicklung Ihrer Symptome zu dokumentieren. Zeigen Sie es Ihrem Arzt beim Termin: Dies hilft, Veränderungen schnell zu erkennen.
Wie kann man feststellen, in welchem COPD-Stadium man sich befindet?
Anhand einer Kombination aus Symptombewertung, Anamnese und Tests können Sie feststellen, in welchem Stadium der COPD Sie sich befinden.1-3 Ihr Arzt wird Symptome wie Atemnot, Husten und Schleimbildung sowie Ihre Rauchergeschichte und die Häufigkeit von Exazerbationen überprüfen.1
Lungenfunktionstests (Spirometrie) können die Atemflussbegrenzung messen, während Röntgenaufnahmen oder CT-Scans der Brust Lungenschäden beurteilen.1,2
Nachdem diese Faktoren beurteilt wurden, kann Ihr Arzt Ihre COPD anhand des GOLD-Systems einteilen und die geeignete Therapie einleiten.1
Wie lange dauert es, bis sich COPD von Stadium 1 zu Stadium 4 entwickelt?
Dies variiert stark und hängt von Faktoren wie Rauchen, Schadstoffbelastung und der Therapietreue ab.
Können Lebensstiländerungen dazu beitragen, das Fortschreiten der COPD zu verlangsamen?
Um das Fortschreiten der COPD zu verlangsamen und eine Verschlimmerung zu vermeiden, ist es dringend notwendig, mit dem Rauchen aufzuhören. Ihr Arzt kann Sie während dieses Prozesses unterstützen und beraten.1,2
Körperliche Aktivität ist ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung von COPD und bietet viele Vorteile:
Linderung der Symptome, Verbesserung der Lebensqualität und bessere Belastbarkeit. Ihr Arzt kann Ihre körperliche Leistungsfähigkeit beurteilen und Ihnen bei Bedarf geeignete Aktivitäten oder ein Lungenrehabilitationsprogramm verschreiben.1,2
Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung trägt zur Erhaltung Ihrer Gesundheit und Energie bei. Es ist wichtig, drei vollständige Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen und Lebensmittel zu wählen, die reich an Proteinen, gesunden Fetten und Vitaminen sind, während Salz, Alkohol und verarbeitete Lebensmittel eingeschränkt werden sollten.1
Wenn Sie Schwierigkeiten beim Essen haben, sollten Sie in Erwägung ziehen, Ihre Mahlzeiten aufzuteilen, um Gewichtsverlust zu vermeiden und Ihre Muskelkraft zu erhalten. Trinken Sie regelmäßig Wasser und vermeiden Sie Kochmethoden, die zu viel Rauch erzeugen (z. B. Grillen), um Ihre Atmung und Verdauung zu entlasten.1
Die Anpassung einiger Alltagsgewohnheiten kann dazu beitragen, die Krankheit wirksamer zu behandeln.
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Haben Sie Ihre COPD im Griff?
Überprüfen Sie, wie gut Ihre COPD kontrolliert ist, um mit Ihrem Lungenfacharzt oder Ihrer Lungenfachärztin über Ihre Behandlung zu sprechen.

Verstehen von COPD-Schüben (Exazerbationen): Ursachen, Symptome und Behandlung
Plötzliche Verschlechterungen der Symptome bei COPD nennt man COPD-Schübe oder COPD-Exazerbationen. Sie können sich negativ auf das Fortschreiten der Erkrankung und die Lebensqualität auswirken.
Abkürzungen
CAAT = Chronic Airways Assessment Test; COPD = chronisch obstruktive Lungenerkrankung; FEV1 = Einsekundenkapazität; GOLD = Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease; mMRC = modified Medical Research Council.
Glossar
Alveolen: Das sind winzige Luftsäckchen in der Lunge, in denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet.
Bronchien: Die großen Luftwege, die von der Luftröhre zu den Lungen führen.
Computertomographie (CT): Eine Art bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder der Lunge liefert, um den Zustand der Lunge zu beurteilen.
Dyspnoe: Unangenehmes oder erschwertes Atmen, das häufig als Atemnot beschrieben wird.
Exazerbation: Plötzliche Verschlechterung der Symptome einer chronischen Erkrankung wie COPD, auch als „Schub“ bezeichnet.
Global Initiative for Chronic Obstructive Pulmonary Disease (GOLD): Internationale Organisation, die Leitlinien zur Klassifizierung und Behandlung von COPD bereitstellt, darunter ein 4-stufiges Schweregradsystem.
Spirometrie: Ein Test, bei dem die Menge an Luft gemessen wird, die Sie ein- und ausatmen können.
Atemversagen: Ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem die Lunge den Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgen oder Kohlendioxid nicht effizient abtransportieren kann.
Referenzen
- Patientenleitlinie zur Nationalen VersorgungsLeitlinie COPD, 2. Auflage 2022, Version 1 https://www.leitlinien.de/themen/copd/medien/pdf/copd-2aufl-vers1-pll-20220330.pdf; (letzter Zugriff: August 2026)
- Lungeninformationsdienst Helmholtz Zentrum München; COPD; https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd (letzter Zugriff: August 2026)
- GOLD. Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease 2026. https://goldcopd.org/wp-content/uploads/2026/01/GOLD-REPORT-2026-v1.3-8Dec2025_WMV2.pdf (letzter Zugriff: August 2026)
- Leichter Atmen bei Atemwegserkrankungen; Die 4 COPD-Stadien nach GOLD; https://www.leichter-atmen.de/copd-gold-stadien (letzter Zugriff: August 2026)
